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Start Die Historie

Coreolanus:

Die Coreolanus ist ein während des zweiten Weltkrieges in ein Kriegs- und Spionageschiff umgebauter Fischkutter. Der Name des Schiffes leitet sich von einer Romanfigur Shakespeares ab.

1940 wurde das Schiff gebaut, am 5. Mai 1945 sank das Schiff – unter bis heute nicht restlos geklärten Umständen – vor der Küste Istriens, ca. 6 km vom Fischerort Novigrad entfernt. Das Wrack war lange Zeit militärisches Sperrgebiet und kann erst seit dem 25.5. 1999 und nur mit Zusatzgenehmigung der kroatischen Regierung, die über die örtlichen Tauchbasen, erhältlich ist, betaucht werden. Das Wrack liegt in einer Tiefe von 19m – 29 m, ist 55 m lang und rd. 8 m breit. Mehr Details zum Wrack der Coreolanus finden sich im Vorwort des Romans "Der Coreolanus Betrug".

Die Coreolanus zählt zu den attraktivsten Tauchplätzen und Wracks, die vor Istrien zu finden sind. Über die Jahre hat sich das Wrack quasi in ein künstliches Riff verwandelt, das von Congeraalen, Seespinnen, Drachenköpfen, Humern und Fischschwärmen bewohnt wird. Noch immer gut erkennbar sind die hintere Bordkanone, die schweren MGs und die Torpedorohre.

Eine Betauchung des Inneren des Schiffswracks gilt selbst im oberen Teil aufgrund der Enge der Gänge als sehr gefährlich. Eine Gefahr stellen außerdem die zahlreichen Fischernetze dar, die das Wrack bedecken.

Eine informative Seite zur Geschichte der "Coreolanus" findet sich unter:


http://www.harald-geiger.de/tauchen/wrackcoreolanus.htm


Tauchtrips zur Coreolanus bieten sich von den Tauchbasen zwischen Novigrad und Rovinj an. Eine der sympathischsten Tauchbasen mit regelmäßigen Ausflügen zu den istrischen Wracks und der "Coreolanus" ist Scuba Valdaliso in Rovinj. Auf der Webpage findet sich auch eine Beschreibung des Wrack-Tauchplatzes der Coreolanus.

http://scuba-valdaliso.de/

Neben der Coreolanus können rund um Rovinj noch die Wracks der Baron Gautsch (Passagierschiff, gesunken 1914, 84,5 m lang, 30m-40m Tiefe), der Guiseppe Dezza (Torpedoboot aus dem 2. Weltkrieg; 30-35m Tiefe), der Maona (bewaffneter Schleppkahn aus dem 2. Weltkrieg; 30-36m Tiefe), der Istra (Frachtschiff aus dem 1. Weltkrieg; 28-42m Tiefe) sowie der beiden Frachtschiffe Numidia und Romania, die in unmittelbarer Nähe zueinander in rund 28-40m Tiefe liegen als lohnenswerte Ziele für Wracktaucher genannt werden.

 

Unternehmen Bernhard:

Unter der Führung von SS-Reichsminister Heinrich Himmler wurde in der Mitte des zweiten Weltkrieges (1939-1945), ein Plan entwickelt, um sowohl den Devisenbedarf der Geheimdienste des Nazi-Reiches zu befriedigen, als auch eine Waffe zu Destabilisierung der britischen Wirtschaft zu haben. Himmler gab die industrielle Geldfälschung von britischen Pfund in Auftrag. Sturmbannführer Bernhard Krüger war technischer Leiter im Reichsicherheitshauptamt und wurde zum Verantwortlichen für die Umsetzung des Planes bestimmt. Sein Vorname, dient als Codename für die Aktion. Die Fälscherwerkstatt wurde ab 1942 im KZ Sachsenhausen eingerichtet. Zu Beginn waren 26 KZ-Häftlinge im Einsatz. Die Anzahl stieg bis zum Jahr 1944 auf über 140. Wieviel Falschgeld in der Zeit tatsächlich hergestellt wurde und wohin es ging, konnte nie restlos aufgeklärt werden. Bei Tauchexpeditionen im Toplitzsee wurden mehrere Kisten voll mit gefälschten Pfundnoten sichergestellt. Mehr Details zum Unternehmen Bernhard finden sich im Vorwort von "Der Coreolanus Betrug".

Im KZ-Sachsenhausen, in dem der Fälscherblock untergebracht war, starben bis zur Befreiung des KZs durch die alliierten Truppen am 22. April 1945 mehr als 100.000 Menschen durch die systematische Gewalt des Nazi-Regimes!


Die Geschichte des Unternehmen Bernhard aus der Sicht eines der jüdischen KZ-Häftlinge, der von den Nazis zur Fälschung gezwungen wurde, wurde von Stefan Ruzowitzky mit Karl Markovics in der Hauptrolle brillant unter dem Titel "Die Fälscher" verfilmt und mit dem Oscar für den besten ausländischen Film ausgezeichnet!

Mehr Informationen finden sich auch unter:

http://de.wikipedia.org/wiki/Aktion_Bernhard

 

Der Yugoslawische Bürgerkrieg:

Yugoslawien entstand in der Form in der es schliesslich bis zum Ausbruch des Yugoslawischen Bürgerkriegs existierte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges unter Partisanenführer Tito (gestorben 1980). Obwohl Yugoslawien kommunistisch orientiert war zählte sich das Land immer zu den „blockfreien“ Staaten.

Es bestand im Wesentlichen aus den Teilregionen Slowenien, Kroatien, Serbien, Bosnien und Herzegowina, Mazedonien und Montenegro und war damit ein Vielvölkerstaat mit unterschiedlicher Geschichte, kulturellem und religiösem Hintergrund.

Die Unruhen in Yugoslawien begannen 1989/1990. Der frühere Ostblock und die UDSSR zerfielen und auch in Yugoslawien fanden die ersten Wahlen statt. Die Wahlen wurden von Nationalistischen Parteien dominiert und in Slowenien und Kroatien gewonnen und es wurden Abstimmungen zur Loslösung von Yugoslawien initiiert.

Die serbische dominierte Regierung mit starkem Einfluss von Milosevic sowie die Krajina Serben versuchten diese Tendenzen zu verhindern. Der Flächenbrand hatte aber bereits begonnen. Anfang 1991 proklamierten auch die Kosovo-Albaner die unabhängige Republik Kosova, die aber auch international nicht als Staat anerkannt wurde.

Bereits im Frühjahr 1991 kommt es zu ersten kriegerischen Zusammenstössen auf kroatischem Gebiet.

Im Juni 1991 kam es schließlich in Slowenien zu den ersten Kämpfen zwischen slowenischen Streitkräften und der Yugoslawischen Volksarmee. Am 26. Juni starteten MIG-29-Jagdflugzeuge und attackierten den Flughafen von Ljubjana (Laibach). Die Kampfhandlungen dauerten aber nur 10 Tage. In Slowenien gab es keine nennenswerte serbische Minderheit und somit war die Motivation für ein Krieg im Norden geringer, umso mehr als sich die Lage in den anderen Landesteilen zuspitzte.

Ab Mitte Juli 1991 brach schliesslich der Krieg verstärkt in Kroatien aus. Am härtesten und grausamsten war das stark von Serben bewohnte Gebiet der Krajina umkämpft, aber auch um andere kroatische Städte wie Vukovar, Osijek und Dubrovnik entbrannten lange und harte Belagerungsschlachten.

Bis in den Herbst 1991 hinein waren die Serben erfolgreich und eroberten ein Drittel des kroatischen Gebietes bevor die Linien zum Stillstand kam. Zugleich aber riefen nun die südlichen Teilrepubliken wie Mazedonien und Bosnien-Herzegowina ihre Unabhängigkeit aus und ab 1992 kam es nun zu schweren Kämpfen vor allem in Bosnien. Die Bilder von der Belagerung und den Straßenkämpfen in Sarajevo gingen um die Welt. Schlachten um heute bekannte Städte wie Mostar, deren – mittlerweile wieder aufgebaute – berühmte mittelalterliche (osmanische) Brücke heute fast schon ein Symbol für den Bürgerkrieg ist (Trennung und Vereinigung).

1993 flammten die Kämpfe in Kroatien wieder stärker auf. Die Kroaten begannen eine Offensive und begannen mit der Rückeroberung der Regionen rund um Zadar und Split. Lediglich der Norden Kroatiens – insbesondere die Region Istrien – blieben vom Krieg verschont.

Intensiv versuchten internationale politische Missionen Friedensschlüsse herbeizuführen und die Lage zu beruhigen, UNO-Friedenstruppen wurden stationiert und 1994 griff schließlich auch die NATO mit Kampfeinsätzen in den andauernden Krieg ein.

Vorläufig können aber nur Teilerfolge erzielt werden. 1995 beginnt eine neue intensive Offensive der kroatischen Armee und Anfang August werden die letzten serbisch besetzten Gebiete zurückerobert. Der Krieg wird von beiden Seiten mit grausamen Mitteln geführt. Kriegsverbrechen stellen nicht die Ausnahme sondern die Regel dar. Es kommt zu Morden, ethnischen Säuberungen, Vergewaltigungen, Plünderungen, mutwilligen Zerstörung von Dörfern und Städten und Massenvertreibungen.

Ab 1996 ist der Krieg im Norden mit Kroatien beendet und die Krisen- und Kriegsherde verlagern sich in den Süden – 1999 vor allem in den Kosovo. Erst ab 2001 gilt der Bürgerkrieg als beendet. Yugoslawien ist damit endgültig Geschichte.

Insgesamt forderte der Bürgerkrieg weit über 150.000 Todesopfer. Die Kriegsverbrecherprozesse beschäftigen den internationalen Strafgerichtshof in Den Haag noch Jahre und noch immer arbeiten internationale Kommissionen an den Massengräbern, die Folge der Kriegsverbrechen des Bürgerkriegs waren.

Mehr Informationen zum Yugoslawischen Bürgerkrieg finden sich auch unter:

http://de.wikipedia.org/wiki/Jugoslawienkriege