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Start Die Schauplätze


Istrien

Die Halbinsel Istrien ist Teil von Kroatien. Die Halbinsel ist zweisprachig (kroatisch und italienisch). Geprägt ist die Region durch historische Einflüsse, die Kultur, Sprache, Architektur und Kulinarik umfassen, der Römer, der österreichisch-ungarischen KuK-Doppelmonarchie, der Italiener und des Balkans. Für Besucher hat die Region mit einer 242 km langen Küstenlinie, die durch Kies- und Felsstrände sowie Steilküste mit glasklarem Wasser gekennzeichnet ist, einem landschaftlich interessanten hügeligen bis bergigem Hinterland, malerischen, alten Küstenstädtchen und schönen Wehrdörfern im Hinterland viel zu bieten und zählt daher seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Tourismusregionen Europas.

Auf einer Fläche von 2820 km² leben 200.000 Einwohner. Verwaltungssitz ist die mittelalterliche Stadt Pazin (rd. 5200 Einwohner). Größte Stadt ist allerdings die alte Hafenstadt Pula (rd. 80.000 Einwohner). Jährlich kommen deutlich mehr als 2,3 Millionen Besucher nach Istrien.

Untenstehende kleine Übersichtskarte von Istrien. Mit Rovinj, Pula, Pazin, Porec und der Baredine Jama sind auch alle wesentlichen Handlungsspielorte des Romanes eingezeichnet. Die Ruinen von Dvigrad liegen wenige Kilometer vom Ende des Limski Kanales (zwischen Rovinj und Porec sichtbar). Die Bucht von Opatija ist nicht mehr Teil der Region Istrien und sondern gehört zur Region Kvarner Bucht.


Pula

Pula ist nicht nur die größte Stadt Istriens, in deren Ballungsraum rund die Hälfte der Einwohner der gesamten Halbinsel siedeln, sondern wahrscheinlich auch der älteste Siedlungsraum Istriens. In der Nähe des Flughafens wurden 40.000 Jahre alte fossile Menschenreste und Handwerkszeug gefunden. In der Zeit der Römer ab 177 vor Christus war Pula schließlich bereits eine bedeutende Stadt mit bis 30 000 Einwohnern. Zeugen dieser Geschichte sind heute noch das eindrucksvolle Amphitheater, sowie Reste mehrerer Tempel, deren mächtige Säulen sich in das Bild der Altstadt fügen und der Triumphbogen der Sergier, der ebenfalls in die Altstadt integriert wurde. Die zweite prägende Epoche der Stadt fand in der KuK – Zeit unter österreichischer Herrschaft statt. Damals war Pula die wichtigste Hafenstadt des Habsburger-Reiches und Sitz der Kriegsmarine. Aus jener Zeit erhebt sich auf einem Hügel über der Altstadt noch eine mächtige Festung, die in ihren Ursprüngen jedoch bereits auf das 17. Jahrhundert zurückgeht.

Heute ist Pula nur am Rande eine touristisch geprägte Stadt, sondern vor allem eine wichtige Industrie-, Handels- und Hafenstadt. In Pula befindet sich der einzige größere Flughafen Istriens.

                                                
Rovinj:

Das alte Rovinj steht auf einer Halbinsel, die dicht bis ans Ufer bebaut ist. Zum Teil ist der Ort mit Befestigungsmauern versehen. Die alten Häuser, Palais, das noch erhaltene Stadttor, weite Plätze, die sich zum Meer hin öffnen und die am höchsten Punkt errichtete dreischiffige Kirche der heiligen Euphemia aus dem 18. Jahrhundert mit ihrem 60 Meter hohen Campanile geben dem Ort ein äußerst angenehmes und malerisches Stadtbild. Die historischen Wurzeln von Rovinj gehen bis auf eine römische Siedlung aus dem zweiten Jahrhundert zurück. Im siebten Jahrhundert wurde erstmals der Name Rovinj erwähnt. Im neunzehnten Jahrhundert stand Rovinj unter österreichischer Herrschaft. Mehrere Gebäude im typischen KuK-Stil dieser Zeit fügen sich in das Stadtbild. Rovinj vorgelagert sind mehrere grüne Inseln. Im Anschluss an den weitläufigen Yacht- und Fischerhafen am Rande der Altstadt folgt an der, der Halbinsel gegenüberliegenden Bucht ein großer Park mit altem Baumbestand der auf das neunzehnte Jahrhundert zurückgeht und bis direkt ans Meer heranreicht.

                                                         

Pazin, Pazinska Jama und Burg von Pazin:

Pazin ist das Verwaltungszentrum von Istrien mit nur rund 5.200 Einwohnern aber ein überschaubares Städtchen in netter Lage. Pazin verfügt über einen sehr netten Altstadtkern, der sich rund um eine mittelalterliche Kirche gruppiert. Von der Altstadt kann man zum Hügel hochsteigen über dem das alte Kastell (Castrum Pisinium) thront. Die mächtige Festung zählt zu den besterhaltenen Burganlagen Istriens. In der Burg ist heute ein ethnographisches Museum untergebracht, das im Rahmen einer Burgbesichtigung besucht werden kann. Die Wehrburg geht bis auf das 9. Jahrhundert zurück. Der Vorplatz der Burg und eine Seite der Mauern fällt direkt in die tiefe Schlucht der Fojba ab. Die Fojba ist im Sommer ein kleines Bächlein, kann im Frühling aber zu einem durchaus beachtlichen Fluss, der dann weite Teile des Canyons füllt anschwellen. Das besondere an der Fojba ist, dass sie am Ende der Schlucht, direkt unter der Burg in der Erde – in einem großteils unzugänglichen Höhlensystem - verschwindet. Es wird vermutet, daß sie erst dreißig Kilometer entfernt im Limski Kanal wieder auftaucht und dort ins Meer mündet. Eine genaue Erforschung des Höhlensystems erfolgte bisher nicht. Die Schlucht ist zugänglich, ein Vordringen bis zum Verschwinden der Fojba in der Erde, jedoch nur mit guter Ausrüstung zu empfehlen. Die Pazinska Schlucht soll Dante zu seiner Vision des Höllenschlundes inspiriert haben. Jules Verne ließ einen Teil seines Abenteuerromanes Mathias Sandorf hier spielen und seinem Helden durch die Höhlensysteme der Fojba die Flucht aus der Gefangenschaft gelingen.

                                                       

Baredine Jama:

Die Baredine Jama ist die derzeit größte Schauhöhle Istriens. Die Höhle wurde erst 1974 zur Gänze erforscht und ist erst seit 1996 für die Öffentlichkeit zugänglich. Mit seinen fünf Räumen, den spektakulären, bunt-leuchtenden Tropfsteinen und Sinterformationen, einem kleinen See im letzten Höhlenraum und dem tiefen Schacht, der über zwei Stufen 66m in die Tiefe führt und dessen Grund von einem See bedeckt wird (mit Verbindung zu einem zweiten Schacht mit See) zählt die Höhle neben den slowenischen Höhlen von Postojna und der Skocjanske Jama mit ihrem gewaltigen unterirdischen Canyon sicherlich zu den interessantesten Höhlen des slowenisch-istrischen Karstes.


                                                   

Toplitzsee:

Der Toplitzsee liegt im österreichischen Salzkammergut. Der Toplitzsee bildet als letzte See einer Seenkette die beginnend mit dem Traunsee den Traunfluss entlang über den Hallstättersee, den Altausseer See und den Grundlsee bis zum Fuß des Toten Gebirges (Höchster Gipfel: 2.128 m) führt den Abschluß. Der Seehöhe liegt eingebettet zwischen teilweise senkrechten Felsen und steilen Waldhängen in einer Höhe von 718 Metern. Er ist nur rund 1,8 km lang und maximal 250m breit, jedoch bis zu 103m Tief. Die sehr dunkle, schwarz wirkende Farbe des Wassers verleiht dem See in Verbindung mit seiner großen Tiefe und seiner schwierigen Betauchbarkeit etwas Geheimnisvolles. Ab ca. 20m Tiefe ist in dem See kein Sauerstoff mehr vorhanden und daher kein organisches Leben mehr möglich. Der See diente unter dem Nazi-Regime als Marine-Versuchsstation für neues Kriegsgerät. Gegen Ende des Krieges wurden von den Nazis mehrere LKW-Ladungen mit Kisten im See versenkt. Seither ranken sich Gerüchte und Legenden um Schätze auf dem Grund des Sees. Gefunden wurden neben Kriegsmaterialien bisher vor allem mehrere Kisten mit gefälschter Pfundnoten, die dem Unternehmen Bernhard entstammen.